Blutaltar-Jubiläum: Die Nische im Alabaster-Altar als Ort des ganz persönlichen Innehaltens
12.04.2026 |
Es ist immer wieder ein ganz besonderer Moment, wenn die beiden Doppelflügel des Blutaltars von vorne geöffnet oder geschlossen werden. Früher fand dies nur zu Beginn oder am Ende der vierwöchigen Hauptwallfahrtszeit im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes statt. Dies hat sich heute dahingehend geändert, dass auch an den Tagen, an denen unter dem Jahr angemeldete Pilgergruppen nach Walldürn kommen, der Blutaltar geöffnet und der Blutschrein somit sichtbar wird.
Was hingegen immer, also an jedem Tag stattfindet, ist die Öffnung einer Nische auf der Rückseite des Blutaltars. Der Mesner oder einer seiner Stellvertreter öffnen und schließen diese kleine Flügeltüre aus Bronze um den Gläubigen den Blick auf die Rückseite des Blutschreins zu ermöglichen. Aber nicht nur den Blick: Es besteht auch die Möglichkeit den Silberschrein aus dem Jahre 1683, der aus Augsburg stammte und als das größte Reliquiar in Süddeutschland bezeichnet wird, zu berühren. Natürlich nur auf einer Schutzscheibe die am Blutschrein angebracht ist.
Der schmale Treppenaufgang hinter dem eigentlichen Blutaltar führt ganz geheimnisvoll zu dieser Stelle, wo die Pilger und Gläubigen persönlich verweilen, innehalten und sich ganz eng mit dem Kostbaren Blut Jesu Christi verbinden wollen. Bei jedem Hinaufsteigen zur Nische berühren die Menschen auch immer gerne die Köpfe der Engelsfiguren am Blutaltar, die schon deutliche Spuren dieser Berührungen aufweisen.
In all den Jahrhunderten haben unzählige Pilgerinnen und Pilger diesen Blutaltar schon besucht und besuchen ihn noch heute. Dabei schöpfen sie Hoffnung und Zuversicht, und zeigen ihre Dankbarkeit im Gebet für die eigenen Anliegen und auch deren, für die sie nach Walldürn gepilgert sind. Das Leitwort der diesjährigen Wallfahrtssaison, „Die Liebe hört niemals auf“ (1. Kor 13,8), die am Sonntag, 26. April beginnt, und das der Hauptwallfahrtszeit, mit dem Start am Sonntag nach Pfingsten, dem 31. Mai, unterstreicht diese Sehnsucht der Pilger am Walldürner Gnadenort.
Am kommenden Freitag, 17. April um 19.30 Uhr findet zu diesem 400-jährigen Jubiläum des Blutaltars ein Festvortrag mit dem Würzburger Historiker Cornelius Lange im katholischen Gemeindezentrum statt. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten wird dann am Pfingstmontag, 25. Mai um 10 Uhr im Rahmen eines Pontifikalamts mit dem Freiburger Erzbischof Stephan Burger in der Wallfahrtsbasilika zum Heiligen Blut stattfinden.
Beitrag von
Achim Dörr




