Die Wallfahrt von Kist nach Walldürn

 
Nach den Ereignissen im Jahre 1330 in Walldürn, der Anerkennung des Blutwunders im Jahre 1445 durch Papst Eugen IV und der erlassenen Ablassbulle, zog ab dem Jahre 1600 von Würzburg aus ein großer Pilgerzug entlang der Bundesstraße 27 nach Walldürn. Diesem Pilgerzug schlossen sich viele Gemeinden von unterwegs an, so auch sicherlich auch Bürgerinnen und Bürger aus Kist.
 
Ein Zeugnis davon ist der Heilig-Blut-Bildstock in Gerchsheim aus dem Jahre 1619, an dem die Kister Wallfahrer heute auf ihrem Weg nach Walldürn die 2. Station beten.
 
Ein Denkmal, das wir als einen Beweis einer eigenen Kister Walldürn-Wallfahrt ansehen können, finden wir erst um die Mitte des 18. Jahrhunderts mit dem Heilig-Blut-Bildstock am Friedhof aus dem Jahr 1750. Wenn man nach diesem Datum gehen würde, so müsste die Kister Walldürn-Wallfahrt eigentlich schon über 265 Jahre zählen.
 
 
Aber nach Angaben des früheren Pilgerführers Ludwig Krämer II, die auf mündliche Überlieferung beruht, wurde die Wallfahrt 1890 eingeführt. Die ältestes bildliche Darstellung können nach dem Alter der dargestellten Personen auf das Jahr 1917 datiert werden. Die ausführliche Geschichte der Kister Wallfahrt nach Walldürn ist auf den ersten Seiten des Wallfahrtsbüchleins beschrieben.
 
Die Kister Walldürn-Wallfahrt wurde immer von rührigen Laien durchgeführt. Soweit bekannt waren als Pilgerführer tätig: Adolf Stößer, Leander Göbel, Ludwig Krämer I, Ludwig Krämer II, Dr. Josef Kuther und Klaus Dieter Philipp (Ehrenpilgerführer), der die Wallfahrt 30 Jahre lang sicher nach Walldürn und wieder zurück nach Kist geführt hat.
 
 
Auch heute ist es den Verantwortlichen ein großes Anliegen mit vielen Teilnehmern nach Walldürn zu pilgern. Auch Teilstrecken können von den Interessenten mitgepilgert werden. Es gibt viele Gründe eine Wallfahrt anzutreten und zu beten: Lob, Preis und Dank. Sorgen, Nöte, Ängste. Krankheit, Leiden, Wünsche und Anliegen.
 
Im Jahr 2016 wird erstmals auch eine Rad-Wallfahrt gleichzeitig zur Fußwallfahrt angeboten, allerdings mit einem anderen Terminplan.
 
 

Ablauf der Fußwallfahrt

Die Kister Walldürn-Wallfahrt beginnt immer am Freitag-Morgen nach Fronleichnam um 4 Uhr mit der Eucharistiefeier in der Pfarrkirche in Kist und kommt am Freitag-Abend gegen 18 Uhr in Walldürn an.
 
Der Weg führt über Gerchsheim, Großrinderfeld, Tauberbischofsheim, Königheim, Schweinberg, Hardheim nach Walldürn.
 
Am Samstag-Morgen nach der Pilgermesse, der Andacht an der Mariengrotte, dem Ausbeten der Altäre und der Blut-Andacht führt der Weg wieder zurück bis nach Schweinberg (Übernachtung). Am Sonntag-Morgen geht es dann weiter zurück nach Kist, wo in der Pfarrkirche gegen 16:45 Uhr eine Schlussandacht stattfindet.
 
Ansprechpartner

Friedbert Reinhart

Pilgerführer

Gottesdienst
Fr. 05.06.2026, 19:30
Pilgeramt

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