Der Pilgerweg der Pilgergruppe Rodgau-Jügesheim

 
Schon seit 1700, so schreibt Hermann Bonifer in seiner Chronik „Jügesheim und St. Nikolaus“, wurden aus dem Rodgauer Raum Wallfahrten nach Walldürn durchgeführt.
 
Seit dem 1900 Jahrhundert sammelten sich am Sonntag nach Fronleichnam die Teilnehmer am Kreuz in der Babenhäuser Straße und zogen von dort durch den Wald nach Babenhausen und weiter nach Groß-Ostheim, wo das Mittagessen eingenommen wurde. Von dort ging es am frühen Nachmittag weiter, bis man am Abend über Obernburg und Klingenberg  Röllfeld erreichte. Dort wurde in Privatquartieren übernachtet. Am nächsten Morgen ging es über Groß-Heubach , den „Kreuzweg“ betend , die Stufen des Engelberges hinauf. Auf dem Engelberg nahm man an einem Gottesdienst teil. Weiter ging es nach Miltenberg. Hier wurde das Mittagessen eingenommen. Anschließend wartete die steile  „Wenschdorfer Steige“  und die sich anschließende Hochebene Richtung Walldürn. Hier wurden die Pilger feierlich empfangen.
 
 
Später fuhren die Jügesheimer Wallfahrer noch zusammen mit Pilgern aus den umliegenden Dörfern in Sonderzügen und bis 1979 nur noch in Privatfahrzeugen  bzw.  Bussen nach Walldürn.
1989 entwickelte sich aus einer Gruppe innerhalb der Jügesheimer Kolpingsfamilie der Neubeginn einer durchgängige Fußwallfahrt nach Walldürn. Gotthold Schwab war von Beginn an Organisator und Motor dieser Fußwallfahrt. Neun Pilger starteten am Freitag vor Pfingsten 1989.
 
Bereits 1990, zur 2. Wallfahrt, wählte  man  den traditionellen Jügesheimer Walldürntermin um den Fronleichnamstag.
 
Seitdem beginnt die Pilgerreise am Freitag nach Fronleichnam. Sie startet um 5.30 Uhr mit einem Aussendungsgottesdienst in unserer Pfarrkirche .
 
Gegen 6.15 Uhr geht die Pilgerreise los.  Am Feldkreuz in der verlängerten Konrad-Adenauer Straße  sammelt man sich zum Gebet. Ein Marienlied aus dem „Walldürn-Liederbuch“ hilft zur Einstimmung auf die Wallfahrt.
 
Über die „Lange Schneise“, ein idealer Weg für ein Rosenkranzgebet, geht  es nach Harreshausen, wo gegen 9.30 Uhr das Frühstück eingenommen wird. Weiter verläuft der Weg zwischen Gärtnereien  und ehemaligen Kiesgruben hindurch zum Ringheimer Flugplatz. Hier trifft die Gruppe wieder auf die Begleitfahrzeuge und kann Getränke zu sich nehmen.
 
Gegen 12.45 Uhr wird die Groß-Ostheimer  St.Peter und Paul Pfarrkirche erreicht. Der Schauspieler und Winzer  Günter Strack war hier schon ein Pfarrer mit Leib und Seele.
 
Der Groß-Ostheimer Pfarrer begrüßt die Pilger/innen mit Glockengeläut. Er spricht mit ihnen einige Gebete und erteilt den Segen. Anschließend wird gegen 13.15 Uhr in einer Gaststätte die verdiente Mittagspause genossen.
Gegen 14.15  Uhr geht die Pilgerreise parallel  zum „Langen Handtuch“ durch das Feld nach  Kleinwallstadt. Die beschauliche Marktgemeinde wird gegen 17.00 Uhr erreicht. Der Pfarrer empfängt die Gruppe in seiner Kirche.
Nach einem gemeinsamen Gebet und Liedern erteilt er den Segen und die Gruppe verteilt sich auf die gebuchten Nachtquartiere.   34 KM  sind am ersten Tag zu Fuß bewältigt worden. Am folgenden Tag treffen sich die Pilger/innen  gegen 8.15 Uhr wieder an der Kleinwallstädter Pfarrkirche. Auch jetzt ist der Pfarrer wieder da und erteilt den Reisesegen.
 
Den Main entlang führt der Weg  Richtung Miltenberg.
Gegen 11.00 Uhr wird das Gotteshaus in Erlenbach erreicht. Auch hier wird die Gruppe meist vom örtlichen Pfarrer empfangen.
Um 12.15 Uhr trifft die Gruppe in Klingenberg ein, wo Bäcker, Metzger und das Begleitfahrzeug die hungrigen Pilger/innen mit den gewünschten Produkten versorgen.
 
Immer weiter geht es ab 14.00 Uhr den Main entlang nach Miltenberg. In der Franziskaner Kirche versammelt man sich gegen 17.00 Uhr  zum Gebet. Die Wenschdorfer Steige wartet mit einem Anstieg, für den man ca. 75 Minuten kalkulieren kann.
In Wenschdorf mit seinem  weithin sichtbaren Fernsehturm endet die 2. Etappe für die hungrigen, durstigen und müden Pilger, die  32 KM bewältigt haben. Am folgenden Sonntag beginnt der letzte Pilgerabschnitt bereit um 6.30 Uhr.
 
Auf einer Hochebene, mit nur noch geringen Steigungen lassen sich die letzten 16 KM gut bewältigen.
Walldürn ist gegen 10.30 erreicht.
Zahlreiche Angehörigen und Freunde/innen, die mit dem Kfz angereist sind erwarten am Übergang zur Innenstadt die Pilger/innen. Schokoküsse und Laugengebäck erfrischt neben kühlen Getränken die Geister. Eine  Messdienergruppe und ein Offizieller der Wallfahrtsorganisation begleiten die Pilger/innen zur Wallfahrtsbasilika.
 
Der Gottesdienst beginnt um 11.00 Uhr. Die Wallfahrer/innen werden vom Priester herzlich begrüßt. Nach dem Gottesdienst und dem obligatorischen Gruppenbild wird die Rückreise per PKW angetreten.
Es bleiben die Erinnerungen an interessante Begegnungen, gedanklichen Austausch mit anderen Gläubigen, an Gebet, Besinnung und Frohsinn.
 
Vergessen sind die Strapazen.
 
Ansprechpartner

Katholische Pfarrgemeinden St. Nikolaus und St. Marien

Pfarrbüro

Gottesdienst
So. 07.06.2026, 11:30
Pilgeramt

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