Die erste bekannte und nachgewiesene „Walldürnwallfahrt“ der Aschaffenburger Bürgersodalität (heute Eucharistisch-Marianische Männersodalität) fand bereits am Dienstag in der Frohnleichnamsoktav des Jahres 1618 - also bei Beginn des Dreißigjährigen Krieges als eine große, geschlossene Prozession nach Walldürn, unter Leitung des aus Magdeburg stammenden Jesuitenpaters Johannes Falko statt.
Nach Beendigung des Krieges ab 1649 wirkte der Jesuitenpater Gamans als Nachfolger von Pater Falko als Präses der Sodalität in Aschaffenburg. Bis heute gehört die Walldürnwallfahrt zum festen Programm der Sodalität.
An der Wegstrecke von Aschaffenburg nach Walldürn wurden von 1657 – 1659 insgesamt 14 Bildstockhäuschen, angeregt von der vorgenannten Bürgersodalität, und unter Mithilfe der sich an der Prozession beteiligenden, oder den gleichen Weg benutzenden Gemeinden, halfen bei der Errichtung durch „Tiroler Maurer“ mit. Der Weg bestand aus 14 Stationen, sieben zu Ehren der Blutvergießungen Christi, dazwischen eingeschoben sieben zu Ehren der Schmerzhaften Muttergottes.
In den Urplänen betroffener Gemeinden tauchen um das Jahr 1850 immer wieder die sogenannten „Gewannennamen“ oder auch Flurabteilungen auf wie zum Beispiel „Am weißen Bild“ oder „Am weißen Hellchen“, die nach eben diesen Bildstockhäuschen benannt wurden oder auf diese hinweisen.
Standorte der Bildstöcke
- Aschaffenburg - Obernauer Straße 1 (Stadtwerkemauer) renoviert 2013
- Obernau - Unterer Bischbergweg, (Bahnbrücke Mainseite) versetzt 2013
- Sulzbach - Bahnhofstr.- Mühlweg, (gegenüber Nr. 14) neuerrichtet 2001
- Kleinwallstadt - Wallstraße - Zehntscheune (alter Friedhof) neuerrichtet 1998
- Elsenfeld - Erlenbacherstr. 27 - Ecke Bildstraße16, neuerrichtet 2013
- Erlenbach - Miltenberger / Mechenharder Straße, neuerrichtet 2021
- Klingenberg - Unbekannter Standort
- Röllfeld - Friedhofstraße – Rosenbergstraße (Fam. Renz, 24.10.2002)
- Großheubach - Röllfelder Straße hinter der Friedhofsmauer mit Blick zur Straße
- Miltenberg - Walldürner Straße (am Beginn der Steige)
- Wenschdorfer Höhe - rechts 250 m vor Km 8 Richtung Walldürn
- Landesgrenze Baden-Württemberg
- Glashofen - am Waldrand
Als vierzehnte und somit letzte Andachtsstätte des genannten Prozessionsweges zählt die sogenannte Aschaffenburger Kapelle etwa drei Kilometer vor Walldürn, deren Portal heute noch die in Stein gehauene Inschrift trägt:
„Von der Marianischen Bürgersodalität Aschaffenburg zur Ehre Gottes und seiner reinsten Mutter Maria neu wieder aufgebaut – Anno 1892 –“
Seit vielen Jahren findet die zweitägige Aschaffenburger Walldürnwallfahrt der Eucharistisch-Marianischen Männersodalität Aschaffenburg jeweils am 3. Wochenende nach Pfingsten statt.
Den Weg nach Walldürn beginnen die Fußwallfahrer bereits samstags um 6:00 Uhr mit einer Eucharistiefeier in der Sandkirche bzw. der Kapelle des Clemensheims in Aschaffenburg. Mit dem Wallfahrersegen ziehen wir dann mit Gebet und Gesang zur Obernauer und Sulzbacher Kapelle weiter zur Christkönigskapelle in Kleinwallstadt. An den jeweiligen Kapellen machen wir Station, um das aktuelle Wallfahrtsthema des Jahres näher zu betrachten. Nach der Mittagsrast in Kleinwallstadt gehen wir weiter nach Elsenfeld und Erlenbach über die Weinberge von Klingenberg nach Röllfeld bis Großheubach. Hier endet der 1. Tag, wo wir bei Familien und Pensionen in Großheubach Quartiere finden. Abends treffen sich dann nochmals die meisten der Wallfahrer zum Abendessen in einem Biergarten in Großheubach.
Am Sonntag ist morgens um 7:00 Uhr Treffpunkt vor der Kirche in Großheubach, wo auch noch weitere Wallfahrer eintreffen und beginnen den Tag mit einem Morgengebet vor der Kirche. Danach geht es aber gleich die 600 Stufen zum Engelberg hoch. Nach kurzer Verschnaufpause ziehen wir betend und singend weiter, an der Maria Hilf Kapelle vorbei Richtung Miltenberg. Am Bahnhof von Miltenberg schließen sich nochmals einige Wallfahrer die mit dem Zug gekommen sind unserer Wallfahrt an. Über die Mainbrücke von Miltenberg weiter nach Wenschdorf beginnt der wohl schweißtreibenste Abschnitt des Tages. Die ca. eineinhalbstündige Mittagsrast legen wir um 13:00 Uhr in Gotterdorf ein. Gestärkt ziehen wir weiter Richtung Walldürn bis zur Aschaffenburger Kapelle (ca. 3 km vor Walldürn). Hier kommen auch die Wallfahrer mit dem Bus dazu um die letzte Wegstrecke gemeinsam zurückzulegen. Ab dem Schwimmbad von Walldürn erhalten wir Musikalische Begleitung von der Blaskapelle Mainaschaff um mit noch weiteren, spontan hinzugekommenen Wallfahrern zur Basilika zu ziehen. Besonders freuen wir uns über die Abholung durch die Wallfahrtsleitung mit den Ministrantinnen und Ministranten, um dann gemeinsam zur Basilika zu gehen. Mit dem Einzug in die Wallfahrtskirche bei dem Lied „Großer Gott wir loben Dich“ rühren die Teilnehmer zu der einen oder anderen Träne.
Der eigene Gottesdienst mit Predigt um ca. 17:00 Uhr in der Basilika wird ebenfalls von der Blaskapelle musikalisch mitgestaltet. Um ca. 20:00 Uhr geht es nach ein bzw. zwei eindrucksvollen Tagen zurück nach Hause.




