
Die Städte Walldürn und Dieburg haben in ihrer geschichtlichen Vergangenheit viele Berührungspunkte aufzuweisen. Gehörten doch die beiden Orte noch zu Anfang des vorletzten Jahrhunderts, bis zur Auflösung des Mainzer Kurstaates, zum Kurfürstentum und schließlich zur Erzdiözese Mainz. Beide Orte waren aber auch im Mittelalter politisch zusammengeschlossen durch ihre Zugehörigkeit, zu dem Neun-Städte-Bund (1346-1527) im Mainzer Oberstift, einem Bund, zu dem auch Aschaffenburg, Seligenstadt, Buchen, Külsheim, Tauberbischofsheim, Miltenberg und Amorbach zählten. Schließlich sind beide Orte schon in der Vor-Reformationszeit Wallfahrtsstätten. Walldürn der große Gnadenort „Zum Heiligen Blut“ und Dieburg mit seinem Gnadenbild der schmerzhaften Mutter Gottes, von den Pilgern aus dem Mittelrheingebiet besucht, wenn sie auf dem Wege nach Walldürn waren. So berichtet uns eine glaubwürdige Aufzeichnung im Pfarrarchiv.
Den ersten Hinweis auf eine Dieburger Wallfahrt nach Walldürn findet man im Dieburger Pfarrarchiv aus dem Jahr 1690, als einem Fahnenträger 40 Kreuzer ausgezahlt wurden. Mindestens seit diesem Zeitpunkt sind die Dieburger einmal im Jahr „von Wallfahrtsstadt zu Wallfahrtsstadt“ unterwegs.
Nachdem die Wallfahrt in den ersten Jahren immer am Sonntag nach Fronleichnam begonnen hatte und mehrere Tag für den Hin- und Rückweg benötigt wurden, treffen sich die Dieburger Wallfahrer seit Jahrzehnten immer am Dienstag nach Fronleichnam um 3 Uhr und feiern eine Eucharistiefeier am Gnadenbild der Dieburger Pieta in der Wallfahrtskirche. Danach beginnt die Fußwallfahrt am „Heilig-Blut-Häuschen“, einem kleinen Bildstock mit dem Walldürner Blutbild. Dort wird das Gebet der Fünf Wunden Jesu gebetet, bevor sich die Pilgergruppe dann auf den Weg macht. Der Weg führt über Groß-Umstadt nach Dorndiel. Dort empfängt man den sakramentalen Segen, anschließend wird ein reichhaltiges Frühstück angeboten. Danach läuft man nach Mömlingen (mit sakramentalem Segen und Getränkepause) nach Obernburg. Nach der Mittagspause werden Busse benutzt, sodass die Pilger in den Nachmittagsstunden gegen 16 Uhr in Walldürn eintreffen.
Am Mittwoch nehmen sie an den Feierlichkeiten am Gnadenort teil. Traditionell wird um 8 Uhr das Pilgeramt am Hochaltar gefeiert. Nach einem längerem Aufenthalt im Wallfahrtsort fahren die Dieburger Pilger wieder mit Bussen bis Miltenberg, von wo sie zu Fuß einen Abstecher auf den Engelsberg unternehmen und dabei den Kreuzweg beten. In den Abendstunden des Mittwochs nach Fronleichnam treffen sie dann in Dieburg ein, wo sie vom Geistlichen und der Kirchenmusik abgeholt und zur Schlussandacht in die Gnadenkapelle begleitet werden.
Die Tradition wird von vielen Dieburger Pilgern und von Pilgern aus den Nachbarorten seit vielen Jahrzehnten aufrecht erhalten. Selbst in den Kriegsjahren und in den beiden Corona-Jahren waren immer Dieburger Pilger auf dem Weg nach Walldürn.
Im Verlauf des Kirchenjahres ist die Wallfahrt nach Walldürn ein glaubensstärkendes und frohmachendes Ereignis. Möge Gott dafür sorgen, dass dies noch viele Jahre so bleibt und sich immer wieder Pilger auf den Weg nach Walldürn machen.
Das Leichteste ist der Aufbruch, das Schwerste das Durchhalten. Und das Schönste ist die Ankunft am Ziel.
Dieburg, September 2024
Matthias Hartnagel, Leiter Dieburger Wallfahrtsgruppe nach Walldürn
Den ersten Hinweis auf eine Dieburger Wallfahrt nach Walldürn findet man im Dieburger Pfarrarchiv aus dem Jahr 1690, als einem Fahnenträger 40 Kreuzer ausgezahlt wurden. Mindestens seit diesem Zeitpunkt sind die Dieburger einmal im Jahr „von Wallfahrtsstadt zu Wallfahrtsstadt“ unterwegs.
Nachdem die Wallfahrt in den ersten Jahren immer am Sonntag nach Fronleichnam begonnen hatte und mehrere Tag für den Hin- und Rückweg benötigt wurden, treffen sich die Dieburger Wallfahrer seit Jahrzehnten immer am Dienstag nach Fronleichnam um 3 Uhr und feiern eine Eucharistiefeier am Gnadenbild der Dieburger Pieta in der Wallfahrtskirche. Danach beginnt die Fußwallfahrt am „Heilig-Blut-Häuschen“, einem kleinen Bildstock mit dem Walldürner Blutbild. Dort wird das Gebet der Fünf Wunden Jesu gebetet, bevor sich die Pilgergruppe dann auf den Weg macht. Der Weg führt über Groß-Umstadt nach Dorndiel. Dort empfängt man den sakramentalen Segen, anschließend wird ein reichhaltiges Frühstück angeboten. Danach läuft man nach Mömlingen (mit sakramentalem Segen und Getränkepause) nach Obernburg. Nach der Mittagspause werden Busse benutzt, sodass die Pilger in den Nachmittagsstunden gegen 16 Uhr in Walldürn eintreffen.
Am Mittwoch nehmen sie an den Feierlichkeiten am Gnadenort teil. Traditionell wird um 8 Uhr das Pilgeramt am Hochaltar gefeiert. Nach einem längerem Aufenthalt im Wallfahrtsort fahren die Dieburger Pilger wieder mit Bussen bis Miltenberg, von wo sie zu Fuß einen Abstecher auf den Engelsberg unternehmen und dabei den Kreuzweg beten. In den Abendstunden des Mittwochs nach Fronleichnam treffen sie dann in Dieburg ein, wo sie vom Geistlichen und der Kirchenmusik abgeholt und zur Schlussandacht in die Gnadenkapelle begleitet werden.
Die Tradition wird von vielen Dieburger Pilgern und von Pilgern aus den Nachbarorten seit vielen Jahrzehnten aufrecht erhalten. Selbst in den Kriegsjahren und in den beiden Corona-Jahren waren immer Dieburger Pilger auf dem Weg nach Walldürn.
Im Verlauf des Kirchenjahres ist die Wallfahrt nach Walldürn ein glaubensstärkendes und frohmachendes Ereignis. Möge Gott dafür sorgen, dass dies noch viele Jahre so bleibt und sich immer wieder Pilger auf den Weg nach Walldürn machen.
Das Leichteste ist der Aufbruch, das Schwerste das Durchhalten. Und das Schönste ist die Ankunft am Ziel.
Dieburg, September 2024
Matthias Hartnagel, Leiter Dieburger Wallfahrtsgruppe nach Walldürn

