Die Wallfahrt von Schöllkrippen zum Heiligen Blut

 
Im Jahre 1980 wurde bei einem Erstkommunionausflug in der Walldürner Basilika die Idee geboren, von Schöllkrippen aus eine Fußwallfahrt zu organisieren. Schon ein Jahr später wallten rund 100 Schöllkrippener vom Kloster Engelsberg aus nach Walldürn. Die Schlagzeile einer Schöllkrippener Tageszeitung lautete: „Die erste Wallfahrt nach Walldürn, wird bestimmt nicht die letzte gewesen sein“. Ein weiteres Jahr später begann in der heimatlichen Pfarrkirche von St. Katharina die Wallfahrt mit 25 Ganzläufern. Schnell wuchs die Gruppe, heute starten in Schöllkrippen rund 150 Pilger und mehr als 250 Pilger ziehen in die Walldürner Basilika ein. Die Wegstrecke ist rund 100 Kilometer lang und wird in vier Tagesetappen zurückgelegt.
 
 
Der Wallfahrtsweg führt quer durch den Spessart an Laufach, Waldaschaff, Eichelsbach, Mönchberg und Miltenberg vorbei. Das Ziel des ersten Wallfahrtstages ist nach rund 35 Kilometern Volkersbrunn, eine Spessartgemeinde mit rund 500 Einwohnern. Dort wird meist in Privatquartieren übernachtet, für die Volkersbrunner ist dies ein Feiertag und so manche Freundschaft ist im Laufe der Jahre entstanden. Der zweite Wallfahrtstag endet nach rund 30 Kilometern im Kloster Engelsberg, wo mit einem dunkeln Bier in der Klosterschänke in geselliger Runde auf die Wallfahrt angestoßen wird. Der dritte Tag verläuft über Miltenberg die Steige hinauf nach Wenschdorf und schließlich zum Ziel der viertägigen Wallfahrt der Basilika von Walldürn.
 
 
Die Wallfahrt wird von einer Blaskapelle begleitet und viele Kinder und Jugendliche gehen die Wegstrecke nicht nur mit, sie beten auch Texte und Rosenkränze vor und gestalten eine Jugendstation. Schöllkrippens Pfarrer Adalbert Benker feiert an jedem Wallfahrtstag die Heilige Messe und bietet unterwegs Beichtgespräche an.

Senioren und ehemalige Wallfahrer schließen sich am dritten Wallfahrtstag den Wallfahrern an, und gehen soweit möglich die letzten Kilometer mit und ziehen mit in die Basilika ein. Besonders erfreulich ist für die Schöllkrippener Wallfahrt, dass organisiert von der Schöllkrippener Sozialstation „St. Hildegard“ Behinderte und Kranke ebenfalls am dritten Wallfahrtstag dazu stoßen und an der Spitze der Prozession mit in die Basilika einziehen.
 
 
Ein Höhepunkt der Schöllkrippener Wallfahrt ist die sonntägliche Eucharistiefeier mit dem Schöllkrippener Pfarrer Adalbert Benker der mit rund 20 Ministranten und den Wallfahrern aus dem oberen Kahlgrund den Festgottesdienst feiert. Dann geht es am Wallfahrtssonntag mit dem Bus zurück in den oberen Kahlgrund, zur Bambergermühle, von dort aus werden nochmals 10 Kilometer zur Schöllkrippener Pfarrkirche zurückgelegt. Gestaltet wird die Wallfahrt mit neuzeitlichen Gebeten und Texten, auch das Taizegebet ist dabei, aber auch traditionelle Gebete wie der Rosenkranz und Psalme werden gebetet.
 
Begleitfahrzeuge nehmen das Gepäck auf, die freiwillige Feuerwehr aus Sommerkahl und Schöllkrippen sichern die Prozession ab und ein Wallfahrtsapotheker ist für die Versorgung von Blasen und anderen Problemen mit dabei. Wallfahren mit uns Schöllkrippenern heißt, mit den Füßen beten, ein paar Tage Gemeinschaft erleben, dem Alltagstrott entfliehen und gestärkt an Leib und Seele dort hin zurückzukehren.
 
Ansprechpartner

Hubert Bozem

Pilgerführer