Menschen sind unterwegs. Seit vielen Generationen machen sie sich in Köln‑Porz‑Urbach auf den Weg, um Schritt für Schritt dem Wallfahrtsort des Heiligen Blutes näherzukommen. Seit 1648 führt dieser Weg Jahr für Jahr über Hügel und Täler, durch fünf Bistümer und über eine Strecke von rund 259 Kilometern – sieben Tage lang, getragen von Gebet, Stille und Begegnung.
Wer sich anschließt, erlebt, wie sich der Weg verändert: die Landschaft, die Gedanken, die Gespräche. Aus der Kölner Bucht führt er über das Siebengebirge, durch den Westerwald, weiter nach Limburg, über den Goldenen Grund und den Taunus bis in den Odenwald. Viele kennen einzelne Abschnitte seit Jahrzehnten, andere entdecken sie zum ersten Mal. Und doch entsteht jedes Jahr aufs Neue ein gemeinsamer Rhythmus, der trägt.
Unterwegs wächst die Gruppe. Am ersten Tag sind es oft um die hundert Menschen, später schließen sich viele an – aus Gemeinden entlang der Strecke, aus dem Ruhrgebiet, aus Süddeutschland, aus Thüringen oder von weit her. Manche gehen eine Etappe, andere den ganzen Weg. Viele erzählen, wie wohltuend die Mischung aus Stille und Gespräch ist, wie schnell man miteinander ins Gehen und ins Vertrauen kommt.
Die Wallfahrt lebt auch von den Menschen am Weg. Ehemalige Mitpilger erwarten die Gruppe mit Wasser, Kaffee oder einer kleinen Stärkung. Gemeinden läuten die Glocken, Kinder winken am Straßenrand, und in manchen Orten ist die Ankunft der Pilger seit Generationen ein vertrauter Moment im Jahreslauf. So entsteht ein Netz aus Verbundenheit, das weit über die sieben Tage hinausreicht.
Getragen wird die Wallfahrt heute vom Wallfahrtsverein Köln‑Porz‑Urbach e.V., der die Organisation, die Begleitung und die vielen kleinen und großen Aufgaben im Hintergrund verantwortet. Der geistliche Beirat schenkt der Wallfahrt ihren spirituellen Rahmen und gestaltet Impulse und Gottesdienste, die den Tagen Tiefe und Orientierung geben.








