400 Jahre Heiligblutaltar

23.03.2026 | Walldürn begeht ein zentrales Jubiläum seiner Stadt- und Wallfahrtsgeschichte

(pm) Walldürn. Im Jahr 2026 begeht Walldürn ein besonderes Jubiläum: Der Heiligblutaltar in der Wallfahrtsbasilika St. Georg wird 400 Jahre alt. Die Wallfahrtsleitung der katholischen Kirche, der Heimat- und Museumsverein Walldürn e. V. sowie die Stadt Walldürn nehmen dieses Ereignis gemeinsam zum Anlass, um auf ein Bauwerk aufmerksam zu machen, das bis heute das religiöse, kulturelle und historische Zentrum der Stadt prägt.

Der Heiligblutaltar wurde in den Jahren 1622 bis 1626 – mitten im Dreißigjährigen Krieg – vom Bildhauer Zacharias Juncker aus Alabaster geschaffen. Er steht im ältesten Teil der Kirche, an jenem Ort, an dem sich um das Jahr 1330 das eucharistische Blutwunder ereignet haben soll. In einem kostbaren Silberschrein birgt der Altar bis heute die sogenannten Blutkorporale und bildet damit das Herzstück der Wallfahrt zum Heiligen Blut.
 
Pater Josef Bregula, Wallfahrtsleiter in Walldürn, betont die geistliche Bedeutung des Jubiläumsjahres: „Der Heiligblutaltar ist Ursprung und Mitte unserer Wallfahrt. Dass er seit 400 Jahren Menschen zum Innehalten, zum Gebet und zur Hoffnung einlädt, ist alles andere als selbstverständlich. 2026 ist für uns ein geistlich besonders dichtes Jahr.“
Auch aus heimat- und kunstgeschichtlicher Sicht kommt dem Altar eine herausragende Rolle zu.
Markus Günther, Vorsitzender des Heimat- und Museumsverein Walldürn e. V., ordnet ein: „Der Heiligblutaltar ist ein Schlüsselwerk für das Verständnis unserer Stadtgeschichte. Er verbindet Kunst, Glauben und historische Entwicklung auf einzigartige Weise und ist weit mehr als ein kirchliches Ausstattungsstück.“

Vielfältiges Programm im Jubiläumsjahr 2026

Das Jubiläum „400 Jahre Heiligblutaltar“ wird über das gesamte Jahr 2026 hinweg mit einem breit angelegten Programm begleitet. Geplant sind unter anderem:
  • ein historischer Vortrag von Dr. Cornelius Lange (Würzburg) zur Bildhauerfamilie Juncker und ihrem sozialgeschichtlichen Umfeld,
  • ein Triduum vom 21. bis 23. Mai 2026 mit dem Thema „Die Liebe hört niemals auf“,
  • der feierliche Jubiläumsgottesdienst mit Pontifikalamt am Pfingstmontag, 25. Mai 2026, um 10 Uhr mit Erzbischof Stephan Burger,
  • pastorale und liturgische Angebote direkt am Heiligblutaltar,
  • thematische Führungen am 6. Mai und 3. Oktober 2026 zur Künstlerfamilie Juncker und zum Werk des Heiligblutaltars, organisiert und durchgeführt durch den Heimat- und Museumsverein Walldürn e. V. ,
  • eine Lesung am 27. Mai 2026 von Anne Grießer aus ihrem historischen Roman „Der Fluch des Blutaltars“,
  • sowie Projekte mit Schulen und Kindern.
     
    Das Jubiläumsprogramm eröffnet bewusst unterschiedliche Zugänge - geistliche, wissenschaftliche und kulturelle - zum Heiligblutaltar und seiner Geschichte.
    Begleitend bereitet der Heimat- und Museumsverein Walldürn e. V. die Herausgabe einer Museumsschrift mit dem Titel „Heiligblutaltar von A bis Z“. Diese wird den Altar aus kunsthistorischer, theologischer und heimatgeschichtlicher Perspektive beleuchten. Inhalte daraus werden zudem sukzessive auf der Internetseite veröffentlicht.
     

    Ein besonderes Jahr für die Wallfahrt und für die Stadt.

     
    Für die Franziskaner Minoriten in Walldürn ist 2026 zudem ein besonderes Jahr, da gleichzeitig an den 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi erinnert wird. Aufgrund der Präsenz des Franziskanerordens besteht im Jubiläumsjahr außerdem die Möglichkeit, in der Wallfahrtsbasilika einen Ablass zu erhalten.
     

    Ausblick auf weitere Jubiläen

    Das Jubiläumsjahr 2026 markiert zugleich den Auftakt für weitere bedeutende Jahrestage: 2028 feiert die Wallfahrtsbasilika St. Georg ihr 300-jähriges Bestehen, 2030 begeht Walldürn 700 Jahre Wallfahrt zum Heiligen Blut. Auch diese Jubiläen sollen in enger Zusammenarbeit vorbereitet und gestaltet werden.