Abschluss der Wallfahrtssaison 2026
21.10.2026 |
Die Wallfahrtssaison 2026 ist beendet. Am vergangenen Sonntag fand ein liturgisch festliches Hochamt in der Basilika Minor zum Heiligen Blut statt, das von der Schola Cantorum St. Jakobus aus Miltenberg, unter der Leitung des Regionalkantors des katholischen Dekanats Miltenberg, Michael Bailer, mitgestaltet wurde. Zur Aufführung kam dabei die Messe "Missa brevis Nr. 7 in C-Dur" von Charles Gounod (1818-1893). Viele Pilger aus Nah und Fern, darunter auch die Pilgergruppe der Marianischen Männerkongregation Wiesau bei Regensburg, sowie zahlreiche Gemeindemitglieder, konnte Wallfahrtsleiter und Rektor der Wallfahrtsbasilika, Pater Josef Bregula OFMConv dabei begrüßen.
"Viele Menschen sind in den vergangenen Monaten nach Walldürn gepilgert: Zu Fuß in der Gruppe, mit dem Fahrrad, mit dem Motorrad, mit dem Bus oder ganz persönlich auf ihrem eigenen Glaubens- und Pilgerweg. Jeder und jede hat etwas mitgebracht: Freude und Dankbarkeit, Sorgen und Fragen, Hoffnungen und manchmal auch Tränen", erinnerte sich der Geistliche. In diesen Monaten der Wallfahrt 2026 konnte man alles vor Gott bringen. Gestärkt und voll Hoffnung seien die Pilger dann wieder nach Hause zurückgekehrt. "Hier, an diesem Eucharistischen Heiligtum, durften die Pilger alles am Blutaltar ablegen. Denn das Heilige Blut unseres Herrn Jesus Christus erinnert uns daran: Gott bleibt uns nahe. Er kennt unsere Wunden, er sieht unsere Not, und seine Liebe verlässt uns nicht", rief Pater Bregula den Pilgern zu Beginn zu.
In seiner Predigt blickte der Franziskaner-Pater auf sechs Monate Wallfahrtssaison und vier Wochen intensive Hauptwallfahrtszeit zurück, dabei stellte er die Frage in den Raum: "Was bleibt, wenn die Wallfahrt vorbei ist? Was nehmen wir mit nach Hause? Was bleibt von all den Begegnungen, von den Gottesdiensten und von den stillen Momenten vor dem Heiligen Blut?" Er zog das Fazit, dass eine echte Wallfahrt nicht mit dem letzten Gottesdienst endet, sondern dass sie weiter geht: In unseren Herzen und in unserem Alltag.
Das Heilige Blut in Walldürn, aufbewahrt im 400 Jahre alten Blutaltar, erinnere uns daran, wie weit Gottes Liebe geht: "Sie bleibt nicht an der Oberfläche. Sie geht bis ans Kreuz. Sie hält aus, wo Menschen leiden. Sie schenkt Hoffnung, wo alles verloren scheint. Sie sucht den Menschen, auch wenn er sich von Gott entfernt hat", resümiert der Wallfahrtsleiter. Und weiter: "Wenn wir vor dem Heiligen Blut unseres Herrn Jesus Christus stehen, dann stehen wir vor einem Gott, der uns nicht fragt: Was hast du geleistet? Wie erfolgreich bist du gewesen? Wie viele Fehler hast du gemacht? Er lädt uns vielmehr ein: Komm mit deinem Leben. Komm mit deiner Freude und mit deiner Sorge. Komm mit deiner Schuld und deiner Sehnsucht. Du darfst vor mir sein, wie du bist."
Daher dürfe man darauf vertrauen: "Kein Gebet, das aus einem aufrichtigen Herzen kommt, ist Gott gleichgültig. Keine Träne ist vor ihm vergessen. Und kein Mensch ist für seine Liebe verloren. Das ist unsere Hoffnung als Christen. Das ist die Botschaft des Heiligen Blutes hier in Walldürn."
Am Ende dieser beeindruckenden Eucharistiefeier, in der die zehnköpfige Frauenschola Cantorum St. Jakobus aus Miltenberg beim Kyrie, Sanctus, Agnus Dei und bei den Zwischengesängen immer wieder ihr professionelles und klangvolles Können zu Gehör brachte, zog der liturgische Dienst noch einmal vor den Blutaltar zum Kostbaren Blut von Walldürn. Mit einem Gebet und Momenten der Stille wurde dann ganz offiziell die Wallfahrtssaion beendet mit der Gewissheit, gemäß dem diesjährigen Leitwort: "Die Liebe hört niemals auf!"








