Fahrrad-Wallfahrt zog wieder viele auswärtige Radler an

14.09.2025 |

„Ich bin das erste Mal dabei und habe über das Internet von der Fahrrad-Wallfahrt in Walldürn erfahren. Das Thema hat mich angesprochen und den Blutaltar habe ich auch noch nicht gesehen“, sagte eine Radlerin aus Wertheim zu Beginn der Tour. Der Leitgedanke der 15 Kilometer langen Rundfahrt um Walldürn war, wie in den Jahren zuvor, auf den Frieden ausgerichtet. Damit untrennbar verbunden ist auch der Blick auf die Schöpfung und ihre Bewahrung durch die Menschheit. Pünktlich um 10 Uhr starteten rund 50 Teilnehmer an der Friedenskapelle in der Würzburger Straße. Pater Robert Rogoza vom Franziskaner-Konvent in Walldürn begrüßte und eröffnete mit einem Gebet die Friedensfahrt. In großer Zahl waren wieder viele auswärtige Radlerinnen und Radler, teils in Kleingruppen, teils alleine zum Start gekommen um an den vier Stationen dieser Radtour mitzubeten und mitzusingen. Jürgen Kugler vom Wallfahrtsausschuss zeichnete für die Tourleitung verantwortlich, der ebenfalls zu Beginn einige technische Hinweise gab und von Anton Fach und Hans Schlegel verkehrstechnisch bestens unterstützt wurde.
 
Treffpunkt der Radler und Radlerinnen an der Friedenskapelle in der Würzburger Str. in Walldürn
 
Die Friedensrundtour war in diesem Jahr auch eine Gedenktour, denn an der zweiten Station erinnerte man sich nach den Gebeten an den Sturm „Wiebke“, der vor genau 35 Jahren im Walldürner Stadtwald einen großen Schaden anrichtete. Ein großer Gedenksandstein erinnert an dieses Schadensereignis. Über die Walldürner Heide und die Forstschutzhütte führte der Weg zur 250 Jahre alten Waldkapelle am Märzenbrünnlein. Dort erklang lautstark das Lied „Hevenu Shalom Alechem“. Es ist die israelische Version eines Liedes, das aus dem hebräischen übersetzt bedeutet: „Wir bringen Frieden für alle“. Bei der letzten und vierten Station in der St. Marienkirche, wo Robert Schmeiser an der Orgel das Eingangslied „Wo Menschen sich vergessen“ musikalisch untermalte, wurde im Brief des Apostels Paulus an die Kolosser erinnert: „Vor allem bekleidet euch mit der Liebe, die das Band der Vollkommenheit ist! Und der Friede Christi triumphiere in euren Herzen“.
 
Fahrradpilger bei der Fahrradwallfahrt 2025
Fritz Bürner aus Heidingsfeld, der wieder mit einer kleinen Gruppe aus Heidingsfeld nach Walldürn kam, meinte: „Es ist in diesem Jahr meine 19. Rad-Wallfahrt und ich möchte im kommenden Jahr mindestens noch einmal mitfahren. Es ist für mich und unsere Gruppe jedes Jahr ein tolles Erlebnis und eine Freude nach Walldürn zu kommen“. Es fiel in diesem Jahr auf, dass auch viele ehemalige Mitradler mit dem Auto in die Wallfahrtsstadt nach Walldürn aufbrachen um einfach dabei zu sein. Ein Radler meinte: „Ich bin jetzt 85 Jahre und habe dieses Jahr mal ausgesetzt. Meine Frau hat mich nach Walldürn gebracht.“ Eine große Radlerfamilie, die sich in Walldürn Jahr für Jahr trifft und ein Wiedersehen feiert.
 
Fahrradpilger an der Waldkapelle "Märzenbrünnlein"
 
Der Höhepunkt  des Tages war dann die Feier der Heiligen Messe der Pater Robert vorstand und die von Diakon Ralf Hartmann, der ebenfalls mit einer Gruppe aus dem Raum Obernburg nach Walldürn radelte, mitzelebrierte wurde. Die Teilnehmer dieses Wallfahrtstages wuchs dann auf rund 150 Personen an, die aus allen Himmelsrichtungen nach Walldürn kamen. Auch die liturgischen Texte bezogen sich auf die Schöpfung und unterstrichen das Anliegen dieser Friedensfahrt. Mit der Segnung der Fahrräder und aller Teilnehmern auf dem Wallfahrtsplatz endete dann dieser besondere Themen- Wallfahrtstag, der in der Wallfahrtssaison einen festen Platz hat. Für das leibliche Wohl sorgte bestens Andrea Hemberger und ihr Team.
Beitrag von

Achim Dörr