Mit über achtzig Teilnehmern fand am vergangenen Samstag im katholischen Gemeindezentrum ein Einkehrtag zum Thema "Eucharistische Anbetung" statt. Als Referent kam aus dem Allgäu, genauer aus St. Anton in Kempten, Dekan Bernhard Hesse. Er ist quasi als Missionar mit Blick auf die Verbreitung der Eucharistischen Anbetung in ganz Deutschland unterwegs um in den Pfarrgemeinden für die Interessierten vor Ort Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man solche stillen Anbetungszeiten organisieren kann. Pfarrer Hesse, der auch bischöflicher Beauftragter für die Charismatische Erneuerung im Bistum Augsburg ist, freute sich wieder einmal am größten Eucharistischen Wallfahrtsort zu Gast sein zu können. "Gerade hier in Walldürn, an diesem Wallfahrtsort zum Heiligen Blut, der aus der Eucharistie heraus entstanden ist, bietet es sich besonders an weitere Initiativen für eine immerwährende Anbetung zu ergreifen", so der Geistliche.
Am Anfang dieses Tagesseminars stand aber zunächst die Feier der Heiligen Messe in der Wallfahrtsbasilika Zum Heiligen Blut im Vordergrund. Wallfahrtsleiter Pater Josef Bregula OFMConv betonte eingangs, dass dieser Tag auch als Auftaktveranstaltung für das diesjährige Jubiläum "400 Jahre Blutaltar" stehe und er freue sich, dass dieses Treffen eine so große und vor allem überregionale Beachtung gefunden hat. Die Teilnehmer kamen aus dem Raum Offenbach, Hanau, Würzburg, Marktheidenfeld, Heilbronn, dem Schwarzwald, aus dem Raum Mosbach und Tauberbischofsheim, sowie auch aus Walldürn.
Die Kernfrage beim ersten Vortrag von Dekan Hesse lautete: "Wer ist Gott und wie sieht meine Beziehung zu Gott aus?" Dies bedarf eines Eintauchens in eine überirdische Wirklichkeit. Dabei müsse uns klar werden, dass Gott immer um uns herum ist. Er möchte uns nahe sein und uns auf unserem Lebensweg helfen. Gottes Liebe zu den Menschen ist einzigartig.
"Der Heilige Franziskus von Assisi, die Kirche feiert in diesem Jahr seinen 800. Todestag, der Heilige Carlo Acutis, Papst Franziskus oder auch der Pfarrer von Ars, waren allesamt eng mit der Eucharistie verbunden und haben diese Liebe zu Gott eindrucksvoll durch ihr Leben bezeugt", so Hesse.
Die stille Anbetung sei daher Erholung, Erfrischung und spürbare Freude an Körper, Geist und Seele. "Gott tut dabei was an Dir, nicht Du an ihm", so die Feststellung des Dekans und weiter, "Er beschenkt Dich und möchte Dir Gestaltungswege aufzeigen. Es ist wie bei einem Freund."
Im zweiten Teil des Einkehrtages wurde dann die Praxis für die Entwicklung der stillen Anbetung aufgezeigt. Pro Stunde einen Beter oder eine Beterin, die die Anbetung begleitet ist zunächst ausreichend. Es bedarf aber der Kontinuität und der Treue in diesem Dienst. Bei einer immerwährenden Anbetung, in Kurzform auch 24/7 genannt, müssten somit umgerechnet für eine Woche insgesamt 168 Personen zur Verfügung stehen.
Über 2.500 Pfarrgemeinden weltweit beten das Allerheiligste Altarsakrament 24 Stunden an allen sieben Tagen der Woche an. Die Ewige Anbetung gilt weltweit als der stärkste Motor für die Erneuerung und Evangelisierung in der katholischen Kirche. In Deutschland sind es 18 Orte und in den Nachbarländern Spanien (56), Frankreich (120), Italien (65) und Polen (32), die diese Anbetungsform pflegen.
"Ohne Umkehr ist keine Erneuerung und somit auch kein Leben in Christus möglich. Du begegnest dieser auferstandenen Liebe Gottes in der Anbetung", brachte es Dekan Hesse am Ende des Seminartages auf den Punkt.
Anschließend fand dann in der Wallfahrtsbasilika noch eine Anbetungsstunde mit freien Gebeten, Stille und neuen geistlichen Liedern statt. Am Ende wurde der Eucharistische Segen erteilt.
Angebote zur Eucharistischen Anbetung in Walldürn und der näheren Umgebung:
- Jeden 1. und 3. Donnerstag in der Wallfahrtsbasilika/Franziskuskapelle
- Jeden zweiten Monat „Stay and Pray“, freitags um 19.30 Uhr in der Wallfahrtsbasilika
- Vier Wochen ganztägig in der Hauptwallfahrtszeit in der Franziskuskapelle Walldürn
- Jeden Herz-Jesu-Freitag eine Stunde um 20 Uhr im Schönstatt-Zentrum in Waldstetten
- Fast wöchentlich jeden Samstagabend auf Sonntagfrüh im Schönstatt-Zentrum Waldstetten
- Jeden Dienstag von 13 Uhr bis 16.30 Uhr in Hardheim, St. Alban
Weitere Informationen und Angebote stehen auch in den Pfarrbriefen der neuen römisch-katholischen Kirchengemeinde Bauland-Odenwald.
Wer Interesse hat als Beterin und Beter eine stille Anbetungsstunde zu begleiten, kann sich an Achim Dörr vom Pastoralteam, Bereich Walldürn, unter Telefon: 06282/92 90 77 wenden.











